Die Entstehung des Mikado
(Die Premiere)
Am 14. März 1885 war es dann soweit- „Der Mikado,
oder die Stadt Titipu“ wurde vor einem vornehmen Publikum, in dem sich
T.R.H. The Duke and Duchess of Edinburgh befanden, mit folgender Besetzung
erstmals aufgeführt:
| Der Herrscher von Japan |
Mr. R. Temple |
Nanki-Poo
(sein Sohn, verkleidet als fahrender Sänger, verliebt
in Yum-Yum) |
Mr. Durward Lely |
Ko-Ko
(königlicher Henker von Titipu) |
Mr. George Grossmith |
Poo-Bah
(Würdenträger für alles andere) |
Mr. Rutland Barrington |
| Go-To |
Mr. R. Cummings |
Pish-Tush
(ein vornehmer Herr) |
Mr. Frederick Bovill |
Yum-Yum
(Mündel von Ko-Ko) |
Miss Leonora Brahan |
Pitti-Sing
(Schwester von Yum-Yum) |
Miss Jessie Bond |
Peep-Bo
(Schwester von Yum-Yum) |
Miss Sybil Grey |
Katisha
(eine ältliche Dame, verliebt in Nanki-Poo) |
Miss Rosina Brandram |
| Chor der Schulmädchen, Adligen, Wachen und Kulis |
Chorus of the D'Oyly Carte Opera Company |
| Dirigent |
Sir Arthur Sullivan |
Die
Kritiken fielen im Allgemeinen sehr gut aus. Ein sehr amüsanter Artikel
erschien in „The London Charivari“. Der Autor beschreibt einen Vorfall
während des zweiten Akts der Aufführung: Als George Grossmith
eine schwungvolle Bewegung machte, kamen unter dem japanischen Gewand seine
weißen Strümpfe zum Vorschein. Es entstand ein lang anhaltendes
Gelächter im Publikum und „von diesem Zeitpunkt bis zum Ende des Stücks
gab es keine langweilige Minute“.
Vielleicht hat ja diese Notiz in der Zeitung viele Menschen
dazu bewogen, zu den Vorstellungen zu gehen. Aber man kann wohl schlecht
behaupten, dass es allein Ko-Kos spindeldürren Waden zu verdanken
ist, dass der „Mikado“ 672 Tage ohne Unterbrechung lief.
Während der Spielzeit des „Mikado“ gab es noch einen
interessanten Vorfall: Sir Arthur Sullivan lud den Prince of Wales an einem
Sonntag zum Essen ein, als im Savoy eine Privatvorstellung gegeben wurde.
Diese wurde mittels Telefon in Sullivans privaten Wohnsitz übertragen.
Als sich der Prinz anschließend in einer Rede bedankte, waren seine
Worte auf der Bühne des Savoy Theaters zu hören.
Die Oper entwickelte sich zu einem der populärsten
Savoy-Stücke. Trotzdem wurde sie zeitweise verboten, weil sie als
Affront gegen die Alliierten der Engländer empfunden wurde.
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