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Der Mikado - Satire im pseudojapanischen Milieu
Untersucht man die Gilbert&Sullivan Gemeinschaftsproduktionen
auf ihre Thematik, so haben sie alle eines gemeinsam: Eine scheinbar in
sich ruhende Welt wird aus den Fugen gehoben. Im Mittelpunkt stehen hierbei
die spezifisch britischen Verhältnisse, Bräuche und
Institutionen der viktorianischen Epoche.
Nach anfangs unpolitischen Stücken wie dem Einakter
„Trial by Jury“ (1875) und „The Sorcerer“ (1877), eine Parodie auf Donizettis
Oper „L`elisir d´amore“ (Der Liebestrank) stellt ein Jahr später
„H.M.S Pianofore or the Lass that Loved a Sailor“ den Sprung zur schwarzhumoristischen
Sozial- und Zeitkritik dar. Weitere Satiren über Kunst, Militär,
Justiz und Politik mit den Motivkreisen Seeräuber als Vorbild („The
Pirates of Penzance“), blutleerer Ästhetizismus („Patience“), Unfähigkeit
der Politiker im Oberhaus („Iolanthe“), Genuss an der Schauerromantik
(„Ruddigore“), oder makabrer Vergangenheitskult („The Yeomen of the Guard“),
folgen.
Diese gezielte Pointiertheit erklärt, weshalb die
Gilbert&Sullivan Produktionen kaum über den angelsächsischen
Raum populär geworden sind. Unverwechselbar britisch könnte man
sie bezeichnen, da möchte man meinen, dass sie, sobald man den Boden
der englischen Sprache verlässt, an Komik verlieren und auch weniger
geistreich erscheinen. Sicherlich erfordern die komischen Opern die Bereitschaft
zum Mitdenken, sowie das Wissen um musikgeschichtliche und historische
Zusammenhänge, schließlich ist das Ziel nicht die simple Unterhaltung,
doch man kann sie nicht generell als orts- und zeitgebunden bezeichnen,
da gerade die Aspekte Nationalismus, Bürokratie oder Heuchelei auch
heute nicht minder aktuell sind.
Teil 2 Satire im Mikado
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