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Mit dem Mikado, der den Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit
darstellt, schaffen Gilbert und Sullivan eine Satire auf gesellschaftliche
Übel aller Art. Die japanische Verkleidung wird zum Mittel der Parodie
und der „Mikado“ der Prototyp solch spottsüchtiger Verkleidung. Das
inszenierte Japan dient als Folie für England, als Vorwand um das
Dasein in den gehobenen Regionen der „upper class“ mit ironischen Elementen
zu kritisieren. Durch diese Projektion wird, trotz der japanischen Kleidung,
sofort deutlich, dass es sich hierbei um die Menschen von England handeln
soll. Auch in der Musik übernimmt Sullivan den um 1885 populären
Exotismus (siehe „Die Entstehung des Mikado“). Beim Einzug des Mikado erklingt
ein Ausschnitt aus einem Musikstück der Kaiserlichen Japanischen Armee.
Selbst vor edler Kunst macht er nicht Halt, so wird die Hochzeit zwischen
Yum Yum und Nanki Poo mit einem steifen Madrigal in altenglischer Manier
vollzogen. Doch bereits im Auftrittslied „If you want to know who we are“
von Nanki-Poo, der als Wandersänger verkleidet vor einer Zwangsehe
flieht, wird der satirische Charakter der komischen Oper offenbar. Angetippt
werden hierbei jene Bereiche die damals für britische Gentlemen und
ihre Ladies von Bedeutung waren. Darunter rührselige Gefühlsduselei
(„Are you in a sentimental mood?“), heroischnationales Kampfgeschrei („But
if a patriotic sentiment is wanted“) und auch Lob der kolonialistischen
Meerfahrt („And if you call for a song of the sea“).
des Gymnasiums Parsberg und des Vokalensembles "Cantaloupes" |